Aktuell
02 | 02 | 2010
Situation der Milchbauern in Siegen-Wittgenstein erörtert
SPD fordert regionale Initiative zur Unterstützung der Landwirtschaft
- Berlin. Die SPD-Kreistagsfraktion will sich in nächster Zeit für regionale Initiativen zur Verbesserung der Situation der Milchbauern stark machen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das die stellvertretende Landrätin Waltraud Schäfer und Fraktionsvorsitzender Michael Sittler auf der „Grünen Woche“ in Berlin mit Bernd Neumann vom Verein zur Förderung der Rotviehzucht in Westfalen geführt haben.
Die beiden SPD-Politiker hatten Bernd Neumann aus Bad Berleburg-Sohl auf der „Grünen Woche“ in den letzten Tagen besucht. Die „Grüne Woche“ ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und verzeichnet jährlich rund 400.000 Besucher. Neumann präsentierte in Berlin als Vertreter der Rotviehzüchter einen Wittgensteiner Bullen des Womelsdorfer Landwirts Fritz Lange und konnte von einem sehr großen Publikumsinteresse berichten.
Im Gespräch berichtete Bernd Neumann über die aktuell schwierige Situation in der Milchviehwirtschaft. Viele Milchbauern hätten im vergangenen Jahr aufgrund der schlechten Milchpreise Verluste erwirtschaftet, was mittelfristig zu einer Aufgabe vieler Höfe führen könnte. Die vielfältigen Leistungen, die von den Landwirten im Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege erbracht werden, seien dann nicht mehr gesichert.
Die stellvertretende Landrätin Waltraud Schäfer hat Verständnis für den Unmut der Bauern: „Die Milchpreise werden durch die großen Einzelhandelskonzerne diktiert und decken die anfallenden Kosten nicht. Das hält keiner lange durch. Ich glaube aber, dass eine angemessene Erhöhung der Preise von den Verbrauchern ohne Probleme akzeptiert würde, zumal die dadurch je Haushalt entstehenden Kosten absolut überschaubar wären.“
Die SPD-Kreistagsfraktion, so Fraktionschef Michael Sittler, will daher in nächster Zeit Maßnahmen zur Unterstützung der Milchbauern fordern. „Wir müssen in der Region über die Entwicklung einer Qualitätsmarke für landwirtschaftliche Produkte nachdenken. Unabhängig davon wird auch ein politisches Signal des Kreistages notwendig sein, mit dem Mindestpreise für Milch eingefordert werden.
gez. Helga Schwarz-Schumann (MdL)
Pressesprecherin
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