Aktuell
02 | 02 | 2010
135 Jahre Parteigeschichte hautnah erlebt
Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion im Willy-Brandt-Haus
- Berlin/Siegen-Wittgenstein. Der Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion hat anlässlich einer Informationsfahrt zur „Grünen Woche“ in Berlin auch die „Schaltzentrale“ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, das Willy-Brandt-Haus, besucht. Im Rahmen einer ausführlichen Besichtigung ließen sich die heimischen Politiker über die Besonderheiten des Hauses und die Arbeitsbedingungen der Parteibeschäftigten informieren.
„Wenn man als überzeugter Sozialdemokrat einen solchen Ort besucht“, so Fraktionsvorsitzender Michael Sittler, „dann ist das schon ein besonderer Moment.“ Dabei müsse man berücksichtigen, dass die SPD trotz aller aktuellen Probleme nach wie vor die größte und älteste Volkspartei Deutschlands sei. Keine andere Partei habe sich historisch gesehen so viele Verdienste um soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden erworben wie die SPD.
Besonders beeindruck zeigten sich die Vorstandsmitglieder der Kreistagsfraktion von den Darstellungen Willy Brandts und Helmut Schmidts. Diesen beiden - in besonderer Weise zu würdigenden - Politikern sind in der Parteizentrale viele Kunstwerke, Fotos und alte Plakate gewidmet. Das ruft Erinnerungen hervor. „Ich habe noch neben Willy Brandt auf der Bühne der Westfalenhalle in Dortmund gestanden und durfte sogar persönliche Fotos von ihm machen,“ erinnerte sich Roland Abel aus Kreuztal, stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion. Unter Willy Brandt, der von 1964 bis 1987 Parteivorsitzender war, gab es für die SPD erhebliche Mitgliederzuwächse; Mitte der 70er-Jahre hatte die Partei erstmals über eine Millionen Mitglieder. „Gerade viele der Arbeitnehmerschutzrechte, die heute durch die neue CDU/CSU/FDP-Bundesregierung wieder in Frage gestellt werden, würde es ohne die SPD und ohne so populäre und couragierte Politker wie Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Herbert Wehner, Carlo Schmid oder Egon Bahr nicht geben“, betonte Roland Abel.
Die Kreispolitiker zeigten sich bei ihrem Besuch im Willy-Brandt-Haus davon überzeugt, dass die SPD in den nächsten Jahren wieder einen deutlichen Aufschwung erfahren wird. „CDU/CSU und FDP können im Bund und in Nordrhein-Westfalen ihre Versprechungen nicht einhalten. Im Gegenteil: Eine kleine, gut verdienende Oberschicht wird entlastet, während die breite Bevölkerung mit höheren Beiträgen und auch Steuern immer stärker belastet wird. Das ist sozial ungerecht,“ kritisiert Michael Sittler die Bundes- und Landesregierung. Der Trend werde in Nordrhein-Westfalen bereits deutlich, wo Schwarz-Gelb nach den neuesten Prognosen keine Regierungsmehrheit mehr hätte, wenn schon heute ein neuer Landtag gewählt würde.
gez. Helga Schwarz-Schumann (MdL)
Pressesprecherin
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