Aktuell
10 | 07 | 2010
SPD-Kreistagsfraktion zu Besuch bei Eisenbau Krämer
„Uni Siegen hat bei der Schweißtechnik erheblichen Nachholbedarf“
- Kreuztal. Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion – darunter Fraktionschef Michael Sittler und sein Stellvertreter Roland Abel – besuchten jetzt auf Initiative des Hilchenbacher Kreistagsabgeordneten Klaus Stötzel das „Werk Dahlbruch“ der Firma Eisenbau Krämer (EBK). Das 1921 gegründete mittelständische Familienunternehmen gehört heute zu den weltweit renommiertesten Herstellern von längsnahtgeschweißten Stahlgroßrohren. Es beschäftigt an drei Standorten (Dahlbruch, Littfeld und Recklinghausen) rund 420 Mitarbeiter.
„Verwendung finden unsere anspruchsvollen Produkte in der Öl-, Gas und Kraftwerksindustrie (Leitungsrohre), im Offshore- und Konstruktionsbereich sowie im Maschinenbau“, erläuterte der geschäftsführende Gesellschafter Rainer Seelbach und fügte hinzu: „Höchste technische Qualität steht für uns ganz im Vordergrund. Einfache Massenware taugt für den hiesigen Standort nicht, sondern es sind Spezialitäten erforderlich. Dieser Herausforderung müssen wir uns täglich stellen. Das geht nur durch ständige Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Produkte und Produktionsverfahren. Dazu gehören natürlich auch regelmäßige Investitionen in neue Maschinen.“
Der Erfolg spricht für sich: In der Zeit von 2001 bis 2008 ist es Eisenbau Krämer gelungen, seinen Umsatz etwa zu verdreifachen. „2009 ging er – bedingt durch die allgemeine Krise – um etwa 15 Prozent zurück. Durch die deutlich geringeren Bestellungen war die Einführung der Kurzarbeit im 1. Halbjahr 2010 nicht zu vermeiden. Als stark exportorientiertes Unternehmen profitieren wir inzwischen von der weltweit zunehmenden Nachfrage sowie vom schwächeren Euro und nähern uns im 2. Halbjahr 2010 wieder einer fast normalen Auslastung“, ergänzte Seelbach.
Bei einem Rundgang durch das „Werk Dahlbruch“ konnten sich Fraktionsvorsitzender Michael Sittler und die übrigen SPD-Kreispolitiker von den modernen Produktionsverfahren überzeugen, ebenso von den aufwendigen Prüfverfahren zur notwendigen Kontrolle der Produktqualität. Fraktionsvize Roland Abel meinte: „Mir fällt auf, dass die Herstellung der Großrohre mit einem erheblichen Flächenbedarf verbunden ist.“ Rainer Seelbach bestätigte dies und wies darauf hin, dass am Standort Dahlbruch erst im April 2008 eine zusätzliche Halle eingeweiht wurde, so dass in ihr u.a. eine neue – patentgeschützte – Rohrrichtpresse untergebracht werden konnte. Seelbach: „Es gibt hier an unserem Stammsitz noch genügend Fläche für eine weitere Halle, so dass der nächste Schritt gesichert ist. Aber danach sind die Reserven am hiesigen Standort ausgeschöpft.“
Der Gastgeber und seine Gesprächspartner waren sich einig, dass dem künftig drohenden Fachkräftemangel durch qualifizierte Ausbildung zu begegnen ist. EBK bildet regelmäßig sowohl in gewerblich-technischen als auch in kaufmännischen Berufen aus. „Im technischen Bereich kooperieren wir dabei mit der benachbarten Siemag – eine Zusammenarbeit, die sich sehr bewährt hat“, betonte der Geschäftsführer.
Gerne hörten die SPD-Politiker, dass EBK „eigentlich keine Probleme hat, qualifizierte – zum Teil sogar promovierte – Ingenieure aus anderen Regionen für eine Führungstätigkeit hier im Siegerland zu gewinnen“, wie Seelbach berichtete. Das Unternehmen greift insoweit nicht selten auf junge Akademiker zurück, die am schweißtechnischen Institut der RWTH Aachen studiert haben. „Obwohl in Siegerland und Wittgenstein der Bedarf an schweißtechnischem Know-how eigentlich stark ausgeprägt ist, hat die Universität Siegen diesen Bereich seit den achtziger Jahren vernachlässigt“, bedauerte Rainer Seelbach. Der hiesige Fachbereich Maschinenbau habe andere Schwerpunkte, die mit der Sparte, die EBK vertritt, nicht optimal korrespondieren. Dazu erklärte Michael Sittler: „Vielleicht sollte man an unserer heimischen Universität noch einmal darüber nachdenken, ob sich das für viele Unternehmen der Region wichtige Gebiet der Schweißtechnik künftig nicht doch mit abdecken lässt.“
Abschließend dankte der SPD-Fraktionsvorsitzende „für die gewährten interessanten Einblicke“ und wünschte dem Geschäftsführer für sein Unternehmen weiterhin viel Erfolg.
Bildbeschreibung: Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion, darunter Fraktionschef Michael Sittler (r.) und sein Stellvertreter Roland Abel (2.v.r.) informierten sich jetzt im „Werk Dahlbruch“ der Firma Eisenbau Krämer über die Herstellung industrieller Stahlgroßrohre. Geschäftsführer Rainer Seelbach (2.v.l.) präsentierte seinen interessierten Gästen die verschiedenen Produkte seines Unternehmens, die alle höchsten technischen Anforderungen entsprechen.
Noch Fragen? Wenden Sie sich an michael.sittler@t-online.de.


