Michael Sittler: „Kinderklinik ist wichtiger Eckpfeiler unserer medizinischen Versorgung“

Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Zukunftssicherung der DRK-Kinderklinik mit ihrem heutigen medizinischen Leistungsspektrum war jetzt das Thema eines Gesprächs, das zahlreiche Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion u.a. mit Geschäftsführerin Stefanie Wied, ihrem Kollegen Bertram Müller von der Kreisklinikum-Siegen GmbH und dem Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Heinrich führten. Bei einem Rundgang durch die Klinik konnten sich Fraktionschef Michael Sittler und die übrigen Kreistagsabgeordneten von der modernen Ausstattung des traditionsreichen Krankenhauses überzeugen.

„In einigen speziellen Bereichen, z.B. der ‚Kinderinsel’ für langzeitbeatmete Patienten, behandeln wir auch Kinder und Jugendliche aus weiter entfernten Regionen“, erläuterte Stefanie Wied. Die Auslastung der zurzeit 138 Betten umfassenden Klinik sei – trotz ihres mit etwa 500.000 Einwohnern eher begrenzten Versorgungsgebiets – gut. Pro Jahr werden auf dem Siegener Wellersberg ca. 6.800 Jungen und Mädchen stationär behandelt, die Zahl der ambulanten Patienten liegt sogar bei rund 51.000. „Ohne die DRK-Kinderklinik wäre gerade auch die ambulante Behandlung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin hierzulande stark gefährdet“, betonte die Geschäftsführerin.

Trotz eines Patientenzuwachses plagen die Klinik seit 2009 finanzielle Sorgen. Auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Michael Sittler erläuterte Stefanie Wied: „Unser derzeitiges Defizit, das wir in den Griff bekommen müssen, ist u.a. auf zu geringe Fallpauschalen in der Kinderchirurgie sowie darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Betten unseres Perinatalzentrums (PNZ) im Jung-Stilling-Krankenhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zur dortigen Gynäkologie angesiedelt ist.“ Michael Sittler erklärte: „Dass diese besondere Situation einen deutlichen höheren Personaleinsatz erfordert, der entsprechende Kosten verursacht, ist nachvollziehbar.“

Im Auftrag der Kreisklinikum-Siegen GmbH wird zurzeit ein Gutachten über das künftige Potenzial der Kinderklinik erstellt. „Von dem Ergebnis wird abhängen, ob künftig ein Zusammenschluss beider Krankenhäuser möglich ist, durch den dann Synergien realisiert werden könnten“, so der Geschäftsführer des Kreisklinikums, Bertram Müller. Für die DRK-Kinderklinik spricht insbesondere auch, dass sie die Auslastungskriterien des neuen Landeskrankenhausplans für die Bereiche Kinder- und Jugendmedizin wie auch Psychiatrie deutlich erfüllt. Stefanie Wied wies darauf hin, dass ihre Klinik bereits den Feststellungsbescheid über die künftige Einrichtung einer vollstationären Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 24 Betten erhalten habe; bisher gibt es nur eine 10 Betten umfassende psychiatrische Tagesklinik.

„Die DRK-Kinderklinik ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer medizinischen Versorgung und mit ihren über 700 Mitarbeitern zudem ein beachtlicher regionaler Wirtschaftsfaktor. Es müssen daher Wege gesucht werden, die ihren dauerhaften Fortbestand nach Möglichkeit sichern“, betonte Michael Sittler. Aus seiner Sicht sei es vor allem auch wünschenswert, dass das hiesige Perinatalzentrum zur Behandlung frühgeborener Kinder erhalten und weiterhin Teil des Kinderkrankenhauses bleibe. „Das hochqualifizierte Leistungsangebot dieser Klinik sollte der Bevölkerung unserer Region auch in Zukunft möglichst uneingeschränkt und wohnortnah zur Verfügung stehen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag abschließend.