Gesundheitsstandort Bad Berleburg und Krankenhausbedarfsplan werden Thema im Gesundheitsausschuss

Am 23.07.diesen Jahres ist der vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen aufgestellte Krankenhausplan 2015 auf den Weg gebracht worden, der die Grundlage für die Sicherstellung einer flächendeckenden stationären medizinischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen bilden soll. Der Krankenhausplan NRW 2015 stellt somit Rahmenvorgaben für die rd. 400 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen und damit auch für die stationäre Versorgung in Siegen-Wittgenstein auf.
Die SPD-Kreistagsfraktion hat mit einem entsprechenden Antrag dafür gesorgt, dass sich der Gesundheitsausschuss des Kreistages in seiner nächsten Sitzung am 12.09.2013 intensiv mit den Festsetzungen des Krankenhausplanes NRW 2015 auseinandersetzen und mit den Trägern der in Siegen-Wittgenstein ansässigen Krankenhäuser über deren Bewertung der vom Krankenhausplan ausgehenden Wirkungen diskutieren wird.

Die SPD-Kreistagsfraktion brennt aber auch ein anderes Thema unter den Nägeln: Sie sorgt sich um die Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Berleburg.
Nach jüngsten Verlautbarungen der HELIOS-Kliniken GmbH leidet die Baumrain-Klinik – eine Klinik des HELIOS Rehazentrums Bad Berleburg – unter massiven Wirtschaftlichkeitsproblemen, weil die Belegung und die Erlöse erheblich hinter den Planungen zurück bleiben. Seitens der Klinikleitung wird dringender Handlungsbedarf gesehen, um eine Schließung der Klinik abwenden zu können. Die Klinikleitung plant nunmehr ein umfassendes Umstrukturierungsprogramm, in dessen Zuge der Personalbestand u.a. um 24 Vollzeitstellen auf dann noch 105 Mitarbeiter reduziert werden soll.
Der Geschäftsführer der Baumrain-Klinik hat dazu in einem Pressegespräch u.a. deutlich gemacht, dass es ein „Irrglaube“ sei, dass sich die Kliniken in Bad Berleburg auf einem wachsenden Markt bewegten und zusätzliche Einnahmen zu erzielen seien. Dafür liege Bad Berleburg zu weit abseits.

Solche Äußerung lassen Befürchtungen zu, dass der Gesundheitsstandort Bad Berleburg insgesamt mittelfristig mit erheblichen Problemen rechnen muss, weil Lage und Verkehrserschließung für die ansässigen Kliniken erhebliche Probleme bei der Erreichung notwendiger Belegungsquoten bedeuten.

Aufgrund der besonderen Bedeutung des Gesundheitswesens für die wirtschaftliche Entwicklung des Wittgensteiner Raumes ist deswegen aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion politischer Handlungsbedarf gegeben. Sicher ist richtig, dass für einzelne Indikationen aufgrund der Zunahme ambulanter Reha-Maßnahmen die Ausgangssituationen für ambulante Maßnahmen verschlechtert sind, aber andererseits ist in anderen Krankheitsbildern ein teilweise sprunghafter Mehrbedarf zu erkennen, der eine Umstrukturierung im vorhandenen Klinikangebot zuließe. Dies wird z.B. durch die hohen Auslastungen in der Odebornklinik oder der Klinik „Haus am Schloßpark“ deutlich.
Nach Auffassung der SPD bietet der Standort Wittgenstein nämlich geradezu hervorragende Voraussetzungen für die Behandlung einzelner Krankheitsbilder bietet. Hierfür spricht die z.B. die Nähe zur Natur und die touristischen und kulturellen Angebote.
Aus Sicht der SPD ist deswegen zu prüfen,
-welche Anforderungen von Versicherungsträgern, Klinikbetreibern und Patienten formuliert werden, die eine positivere Beurteilung des Standorts befördern.
-ob es kommunale oder regionale Entscheidungen gegeben hat, die Einfluss auf die negative Beurteilung hatten (z.B. Erhöhung der Kurbeiträge durch die Stadt Bad Berleburg),
-wie durch Maßnahmen der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung Einfluss auf die Verbesserung der Standortbedingungen und auf die Klinikbetreiber genommen werden kann.
-welche alternativen Ansätze es gibt, um den Arbeitsplatzverlust aufzufangen – z.B. durch Gewinnung neuer Klinikbetreiber.
Die SPD-Kreistagsfraktion hat deswegen beantragt, dass sich der Gesundheitsausschuss des Kreistages intensiv mit der aktuellen Situation befasst und darüber diskutiert, welche geeigneten Maßnahmen der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Bad Berleburg einleiten können, um den Fortbestand der Kliniken und der damit vorgehaltenen Arbeitsplätze in Bad Berleburg zu unterstützen.