Regionale Krankenhaus-Struktur-Gespräche begrüßt

Die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein verschaffte sich einen Eindruck vom laufenden Umbau der ehemaligen Albertus-Magnus-Schule in Siegen, wo zurzeit ein neues Zentrum für ambulante Behandlung entsteht. Gesprächspartner der SPD-Politiker war u.a.

Siegen. Das GSS-Therapiezentrum des St. Marien-Krankenhauses war jetzt Besuchsziel der SPD-Kreistagsfraktion. Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann und der Bereichsleiter ‚Ambulante Versorgung’, Michael Wörster, konnten Fraktionschef Michael Sittler, seine Stellvertreter Petra Weskamp und Roland Abel, die stellvertretende Landrätin Waltraud Schäfer, Landratskandidat Andreas Müller und fast alle übrigen Kreistagsabgeordneten der SPD begrüßen. Auf dem Besuchsprogramm stand auch eine Besichtigung der zurzeit im Umbau befindlichen ehemaligen Albertus-Magnus-Hauptschule, wo ein neues Zentrum für ambulante Behandlung entsteht.

Dort werden künftig Praxen an niedergelassene Fachärzte (Palliativmedizin, Neurologie, Orthopädie) vermietet. Unter dem Dach des neuen Zentrums wird zudem das Krankenhaus selbst ambulante ärztliche Behandlung und Diagnostik (Onkologie, Kardiologie, Radiologie) sowie die bisher in der Friedrichstraße beheimatete ambulante kardiologische Rehabilitation anbieten. „Außerdem wird es zwei OPs für ambulante Operationen geben, die auch externe Ärzte nutzen können“, erläuterte Bereichsleiter Michael Wörster.

Die SPD-Kreispolitiker zeigten sich sehr beeindruckt. „Das traditionsreiche frühere Schulgebäude findet damit eine hervorragende neue Verwendung“, lobte der Siegener SPD-Kreistagsabgeordnete und Fraktionsgeschäftsführer Bernd Dehmel. Landratskandidat Andreas Müller betonte zugleich, dass es sehr zu begrüßen sei, dass das Medizinische Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus weiterhin auch außerhalb Siegens ambulante fachärztliche Behandlungsangebote vorhalten wird. „Das ist vor dem Hintergrund, dass frei werdende Facharztpraxen in den ländlichen Bereichen oft nicht wieder besetzt werden können, überaus sinnvoll“, betonte der Burbacher SPD-Kreistagsabgeordnete.

In einem Gespräch mit Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann ging es um die zunehmend schwierige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser auch im Siegerland sowie um die bundes- und landespolitischen Rahmenbedingungen. Winkelmann kritisierte u.a. das Vorhaben des Bundesgesetzgebers, mit dem Vorhaben modellhafter „Qualitätsverträge“ das eigentliche Ziel der Etablierung eines Selektivvertragsmodells zu verschleiern, bei dem Krankenkassen nur noch individuell mit einzelnen Krankenhäusern Versorgungsverträge abschließen sollen. „Das würde die freie Krankenhauswahl gefährden“, so der Geschäftsführer des Marien-Krankenhauses. Auch beklagte Winkelmann, dass die Refinanzierung des wachsenden Pflegebedarfs in den Kliniken aufgrund ihrer zu knappen Bemessung und stetig zunehmender Lasten für die Krankenhäuser nicht mehr gewährleistet sei. Sehr begrenzt sei auch die Möglichkeit, notwendige Investitionen über die entsprechenden Fördermittel des Landes zu decken.

Die im Oktober 2013 in Kraft gesetzte neue Krankenhausrahmenplanung des Landes NRW sieht u.a. einen etwa 10-prozentigen Bettenabbau vor. Zur Vorbereitung der demnächst anstehenden Gespräche mit den Krankenkassen über ein Regionales Planungskonzept für das heimische Versorgungsgebiet wollen die sechs in Siegen-Wittgenstein tätigen Krankenhausträger in Kürze regionale Krankenhaus-Struktur-Gespräche aufnehmen, um sich auf ein gemeinsames Konzept für den Kreis zu verständigen. SPD-Fraktionschef Michael Sittler begrüßte dies ausdrücklich und meinte: „Es darf kein Wettrüsten der benachbarten Krankenhäuser mehr geben, sondern es bedarf einer vernünftigen Zusammenarbeit und Arbeitsteilung, die auf Dauer angelegt ist.“

Landratskandidat Andreas Müller danke Hans-Jürgen Winkelmann dafür, „dass Sie jetzt die Initiative für die schon lange fällige Neuauflage der notwendigen Konsensgespräche hier vor Ort ergriffen haben“. Müller kritisierte, dass Landrat Paul Breuer (CDU) kürzlich versucht hat, in der Öffentlichkeit den unzutreffenden Eindruck zu erwecken, er sei Initiator dieser bevorstehenden Gespräche. „Das ist schlechter politischer Stil und unverantwortlich, weil das den wünschenswerten Erfolg dieser wichtigen Verhandlungen unserer heimischen Krankenhausträger gefährden könnte“, betonte Andreas Müller abschließend.