Einige Farbtupfer für den Wartebereich

Fotograf Roland Abel, Martin Schreier, Michael Sittler, Bernd Dehmel
Hängt das auch gerade?
Roland Abel
Fotograf Roland Abel, Martin Schreier, Michael Sittler, Bernd DehmelHängt das auch gerade?Roland Abel

Seit vergangener Woche lockern einige großformatige Fotoleinwände die langen weißen Flächen im Wartebereich der Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Berleburg auf. Gestiftet hat diese die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein. Die stellvertretende Geschäftsführerin Sandra Peiser hatte im vergangenen Jahr bei einem Besuch der Behörde den Wunsch von EAE-Leiter Martin Schreier nach Dekoration der Wände vernommen und war mit dieser Bitte an Roland Abel, SPD-Kreistagsmitglied und begeisterter Fotograf, herangetreten. Dieser unterstützte die Aktion tatkräftig und stellte eine Auswahl seiner Bilder zur Verfügung. Am Montag trafen sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Sittler, Roland Abel und Geschäftsführer Bernd Dehmel mit Martin Schreier vor Ort, um die Bilder offiziell zu übergeben und sich aus erster Hand über die aktuelle Situation der EAE zu informieren. Martin Schreier berichtete, dass die Situation zurzeit entspannt sei und man zumeist nicht über die pro Tag möglichen Erstregistrierungen von 80 Personen komme. „In Spitzenzeiten haben beide EAE´n im Kreis bis zu 300 Personen pro Tag registriert“, so Schreier, da komme man aber an die personelle Belastungsgrenze heran. Diese dürfte ab der kommenden Woche ohnehin weiter ansteigen, da man dann in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland neben der bisherigen Registrierung auch biometrische Fotos und Fingerabdrücke der „Kunden“, wie sie Herr Schreier respektvoll nennt, anfertigen müsse. Dies dient natürlich der Vermeidung der mehrfachen Registrierung einzelner Flüchtlinge an verschiedenen Orten, wird aber auch den Zeitaufwand für die Registrierung einer Person mehr als verdoppeln. Die Behörde am Stöppel strukturiert derzeit ihre räumliche Belegung um, um die erweiterten Registrierungsmaßnahmen durchführen zu können. Auch in der neuen vom Land NRW vorgestellten Konzeption der geplanten Landeerstaufnahmeeinrichtungen u.a. in Bochum und Dortmund wird die Erstaufnahmeeinrichtung Siegen-Wittgenstein (mit der Behördenbündelung von Registrierung, BAMF und Zentraler Unterbringungseinrichtung) mit den Standorten in Burbach und Bad Berleburg eine wesentliche Rolle spielen. Der weitere Aufbau zur Anpassung der Kapazitäten und die baulichen Ertüchtigungen werden in Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg fortgeführt. Michael Sittler erkundigte sich auch nach den weiterhin bestehenden Problemen, die immer wieder durch das Röntgen der Flüchtlinge in der Helios-Klinik in Bad Berleburg entstehen. Hier könnte ein Röntgencontainer an der EAE für Entspannung und auch schnellere Bearbeitung sorgen, erklärte Schreier, ob dieser vom Land genehmigt werde entscheide sich aber erst in den kommenden Wochen. Erstaunt nahmen die Kreistagsmitglieder zur Kenntnis, dass Flüchtlinge bisher doppelt registriert wurden, da die EDV der Bezirksregierung, des BAMF und der EAEs nicht miteinander vernetzt sind. Dies solle sich aber bis zum Sommer ändern. Bei einem Rundgang durch die Behörde in der ehemaligen Salzmannschule erläuterte Martin Schreier den Ablauf der Registrierung. Zugleich konnte man die Bilder von Roland Abel in ihrer neuen Umgebung bewundern. Die großformatigen Leinwände, die fast ausschließlich Heimatmotive zeigen, werden, so hofft auch Roland Abel, beim Betrachter eine Wirkung erzielen und positive Emotionen wecken.