Investitionen in Wittgenstein trotz schlechter Anbindung

Im Bild, von links: Klaus Stötzel, Jan Saßmannshausen, Waltraud Schäfer, Karl Heinrich Sonneborn, Michael Sittler und Annette Scholl

Eine Delegation der SPD-Kreistagsfraktion besuchte kürzlich das idyllisch in den Ederauen in Raumland gelegene Werk der Firma BIKAR-Metalle GmbH. Der gebürtige Feudinger Jan Saßmannshausen, bei BIKAR zuständig für die Bereiche Marketing und Vertrieb, begrüßte die SPD-Gruppe und schilderte eindrucksvoll den Werdegang des Unternehmens vom Garagenbetrieb 1962 bis zum weltweit agierenden Unternehmen heute. Dabei erscheint die Geschäftsgrundlage des Unternehmens, die bedarfsgerechte „Portionierung“ verschiedenster Metalle und Kunststoffe, zunächst unspektakulär. Im Werk selbst konnten sich die SPD-Lokalpolitiker dann einen Eindruck von der Vielfältigkeit der angebotenen Produkte machen. So kann der BIKAR-Kunde aus verschiedenen Legierungen der Werkstoffe Aluminium, Messing, Kupfer und Bronze sowie verschiedenen Kunststoffen auswählen und erhält diese nach seinen Vorgaben zugeschnitten innerhalb kürzester Zeit geliefert. Das ein Unternehmen aus Wittgenstein dieser Tage mit „schneller Lieferfähigkeit“ die Kunden an sich binden kann hören heimische Politiker eher selten, daher erkundigte sich Fraktionsvorsitzender Michael Sittler nach der Abhängigkeit des Betriebes von der Straßenanbindung. Jan Saßmannshausen berichtete, dass die momentane Situation Zeit und Kunden koste, auch sei der Standort nachteilig bzgl. des Angebotes durch Speditionen. Daher würde das Unternehmen natürlich eine bessere und schnellere Anbindung an die Autobahnen begrüßen. Um die Vielzahl der Kunden und die rund 500 Aufträge pro Tag allerdings auf modernem Niveau bedienen zu können sei man auf schnelle und stabile Internet-Verbindungen angewiesen, und hier drücke der Schuh, so Saßmannshausen. Die Anschlussgeschwindigkeit sei bei weitem nicht ausreichend. Michael Sittler erläuterte, dass durch die vom Bund gewährten Fördergelder und der Glasfaserinitiative des Landes der Ausbau der Glasfasernetze im Kreis unmittelbar bevorstehe. „Ich gehe davon aus, dass der Kreis bis Ende 2018 zu 98% mit Glasfasertechnologie versorgt werden kann“, so Sittler. Für die Zwischenzeit könnten individuelle Übergangslösungen gefunden werden, um das Netz schneller zu machen.
Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen zeigt zzt. auch Flagge zum Standort in Raumland durch den geplanten Bau eines neuen Hochregallagers und der Erweiterung der Büroflächen durch einen mehrstöckigen Anbau mit einem Investitionsvolumen von ca. 12 Mio.€. Dieser bietet dann auch mehr Platz für die rund 240 Mitarbeiter in Raumland, darunter 20 Auszubildende. Insgesamt beschäftigt BIKAR rund 400 Mitarbeiter und unterhält zahlreichen Verkaufsbüros im In- und Ausland. Abschließend bedankte sich Michael Sittler für die interessante Betriebsbesichtigung mit einem kleinen Buchgeschenk bei Jan Saßmannshausen und versprach, dass die SPD-Kreistagsfraktion sich auch weiterhin für schnelleres Internet und bessere Straßen im Kreis einsetzen werde.