Feierstunde der SPD-Kreistagsfraktion in Kreuztal

Preisträger 2016 Werner Becker

Werner Becker ist der achte Preisträger der Schmidt-Nienhagen-Medaille der SPD-Kreistagsfraktion. Die Fraktion, die den Preis seit 2010 einmal jährlich an in herausragender Weise ehrenamtlich engagierte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vergibt hatte dazu am Samstag in das rustikale Ambiente des Café Basico in Kreuztal eingeladen. Der diesjährige Preisträger Werner Becker ist nicht nur den Kulturinteressierten in und um Kreuztal ein Begriff. Der Ehrenvorsitzende des Kreuztaler Blasorchesters ist dort auch heute noch aktives Mitglied, war Mitbegründer der Jugendkapelle, Dirigent und Musiklehrer. Schwerpunkt seines Wirkens war der Aufbau einer bis heute erfolgreichen „Musikschule“ zur Heranbildung des Musikernachwuchses und die Weiterentwicklung des Blasorchesters vom „Posaunenchor zum sinfonischen Blasorchester“(Zitat W. Becker). In seiner 47-jährigen SPD-Zugehörigkeit übte Werner Becker zahlreiche Funktionen aus, darunter Mitglied des Redaktionsteams der „Sozialdemokratischen Stadtzeitung für Kreuztal“, als Kassierer des SPD-OV Buschhütten seit 1994, als direkt gewähltes Ratsmitglied über 20 Jahre und Mitglied des Kulturausschusses seit 1979, von 1979 bis 1986 sogar als Ausschussvorsitzender. Laudator Karl Heinz Schleifenbaum betonte: „Sein Wort hat Gewicht.“ Er sei ein All-Rounder mit vielen Talenten, bescheiden und unprätentiös. Er lasse den Worten stets Taten folgen. Werner Becker befand in seiner Dankesrede dann auch, dass „die Medaille zu mir passt“. Die im Gedenken an die beiden herausragenden heimischen Sozialdemokraten Hermann Schmidt und Walter Nienhagen benannte Medaille solle die sozialdemokratischen verdienten Ehrenamtler der „zweiten Reihe“ ehren und ihr Schaffen ins Licht der Öffentlichkeit rücken, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Weskamp in ihrer Begrüßungsansprache. In Werner Beckers politischer Bilanz waren ihm selbst zwei Dinge besonders wichtig, an denen er beteiligt war: Der Nicht-Bau eines Hallenbades in Kreuztal und der Bau der Stadthalle. Die Stadthalle sei auch ein Ort, an dem Kultur einen würdigen Raum habe. Das ihm das Blasorchester besonders am Herzen liegt drückte er auch in seiner Ansprache aus, von der hervorragenden Qualität des Orchesters unter der Leitung von Dirigent Tobias Schütte konnten sich die Anwesenden vor Ort überzeugen. Mit einer breiten Palette von New York, New York bis zur Polka steuerte das Orchester den äußerst gelungenen musikalischen Rahmen der Veranstaltung bei.
Gelungen und zugleich unterhaltsam und nachdenklich war auch die Festansprache von Friedemann Hillnhütter, Superintendent i.R. des ev. Kirchenkreises in Siegen. Er selbst bezeichnete sich als der SPD nahestehender aber dabei kritischer Begleiter. Er warf in seinen Gedanken zum Ehrenamt die Frage auf, warum man sich ehrenamtlich engagieren solle. Dazu erinnerte er an das altgriechische Wort Idiotes. Als Idiotes bezeichnete man in der griechischen Antike Personen, die weder ein öffentliches Amt innehatten noch sich am politischen Leben beteiligten. Heute, so Hillnhütter, hinterfrage so mancher ehrenamtlich Aktive für was man das tue. Sicher nicht für die Ehre, man tue dies meist umsonst. Auch brauche man im Ehrenamt einen langen Atem. Aber das Ehrenamt initiiere und bewege oft Dinge,

Waltraud Schäfer, Werner Becker (2016), Sigurd Hofacker (2014), Renate Stolz (2010), Ernst Hoof (2012), Albrecht Sauer (2011), Erich Meyer (2015), Heinz-Werner Feuring, Michael Sittler

und dies „mit mal mehr und mal weniger guter Begleitung durch die Politik“. Die „Bewegung“ komme auch oft durch zivilen Ungehorsam, der sowohl in der Politik als auch im sonstigen Ehrenamt manchmal notwendig sei. „Unruhe ist erste Bürgerpflicht“.
Zu den zahlreichen Gratulanten gehörten Fraktionsvorsitzender Michael Sittler, MdB und SPD-Unterbezirksvorsitzender Willi Brase, MdL Falk Heinrichs, Bürgermeister Walter Kiß sowie zahlreiche weitere sozialdemokratische Kommunalpolitikerinnen und –Politikern und fünf der sieben bisherigen Preisträger. Werner Becker riet abschließend den (Ehren-) Amtsinhabern noch etwas auszuharren und denen ohne Amt tätig zu werden. „Die Gesellschaft braucht jeden.“