Bundesförderung „Kita-Plus“ soll nach Möglichkeit genutzt werden

Die SPD-Fraktion im Kreistag spricht sich für die Erweiterung der Öffnungszeiten von Kitas aus. Dazu sollen die Träger der Einrichtungen vom Kreis bei der Beantragung von Fördermitteln des Bundesprogramms „Kita-Plus“ unterstützt werden. Sollten einzelne Träger keine Förderung erhalten, soll der Kreis die entsprechenden Mittel aufbringen. Gleiches gilt für den Fall, dass die Förderung nach drei Jahren ausläuft.
Die Ablehnung des Projektes durch die Bürgermeister aus Kostengründen und mit abenteuerlichen Begründungen stößt in der SPD auf wenig Verständnis. Die SPD-Kreistagsfraktion beharrt weiterhin auf der Umsetzung. Der Bedarf sei definitiv da.
Heiko Becker, Fraktionssprecher im Personal- und Finanzausschuss, sieht deshalb nicht nur Bund und Land in der Pflicht. Die Region müsse die Sache selbst in die Hand nehmen und zur Not auch Gelder bereitstellen. „Wir wissen, dass die finanzielle Belastung für die Kommunen im Bereich des Jugendamtes hoch ist. Aber ein Ausbau der Kinderbetreuung wird sich lohnen. Die Kosten, die auf uns zukommen, wenn wir es nicht machen, werden um ein Vielfaches höher sein“, gibt Becker zu bedenken.
Gerade für Alleinerziehende und Schichtarbeiter sei es notwendig, dass die Öffnungszeiten von Kitas flexibler gestaltet werden. „Wir dürfen diese Eltern nicht im Stich lassen“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Weskamp. Kranken- und Altenpflegerinnen müssten zum Teil ihre Jobs aufgeben, wenn sie Kinder bekommen, mit fatalen Folgen für das Einkommen und die Altersvorsorge. Die Behauptung vom Sprecher der Bürgermeisterkonferenz, Christoph Ewers, Frauen würden durch erweiterte Öffnungszeiten von den Arbeitgebern gezwungen länger zu arbeiten, weißt Fraktionschef Michael Sittler entschieden zurück: „Wer so etwas behauptet hat keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit junger Familien und der Berufswelt in Siegen-Wittgenstein.“