Kulturarbeit des Kreises Siegen-Wittgenstein auf dem Prüfstand

Michael Plügge

Ein Diskussionsschwerpunkt der diesjährigen Klausurtagung der Kreistagsfraktion war die Zukunft der Kulturlandschaft in Siegen-Wittgenstein. Die Genossen sehen dringenden Diskussionsbedarf bezüglich der Frage, ob und wie der Status Quo erhalten, weiterentwickelt oder ergänzt werden kann. Fraktionsvorsitzender Sittler nennt hier nur beispielhaft
•Wie soll die zukünftige, inhaltliche Arbeit des Kulturbüros aussehen?
•Ist das LYZ auch in Zukunft konkurrenzfähig und auf Dauer in dieser Form nutzbar?
•Wie steht es mit der finanziellen Zukunft der Philharmonie und dem damit verbundenen Haus der Musik? Sind die Gagenforderungen bei Veranstaltungen in der Region noch zeitgemäß?
•Kann „Kultur Pur“ in der jetzigen Form weiterbestehen, bei ständig wachsenden Gagenforderungen, der Marktentwicklung und Sicherheitsvorschriften?
•Wie kann man junge Fachkräfte und Akademiker durch ein zielgruppengerechtes Angebot an die Region binden?
In vielen Regionen Europas findet man keine Stadtentwicklungsplanung ohne Berücksichtigung der Bereiche Kultur- und Kreativwirtschaft. Für den kulturpolitischen Sprecher der SPD Michael Plügge ist Kultur nicht ein weicher, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor. „Kreativwirtschaft und Wirtschaft sind eng verflochten, nicht nur bezüglich Freizeitangebot und Lebensqualität, sondern auch bezüglich der Konkurrenzfähigkeit und Zukunft von Unternehmen. Wirtschaft, die auf Innovation angewiesen ist, braucht freie und kreative Köpfe.“.
In vielen Städten und Kreisen weiß man dies bereits. So gibt es in einigen Städten z.B. einen Kulturwirtschaftsausschuss bei der IHK. Die SPD will daher auch ganz grundsätzlich in den Gremien des Kreises die Frage diskutieren, ob man sich mit dem derzeitigen kulturellen Angebot in der Region, welches vorwiegend höhere Alter- und Einkommensgruppen anspricht, zufrieden gibt oder die Kulturregion gemeinsam weiterentwickeln will.
Michael Plügge sieht hier mehr denn je den Kulturausschuss des Kreises Siegen-Wittgenstein in der Pflicht Visionen zu entwickeln und mehr inhaltlich zu arbeiten.