Fahrzeugleichtbau Baustein der E-Mobilität der Zukunft

Lehrstuhl für Fahrzeugleichtbau Bild: Sandra Peiser

SPD-Kreistagsfraktion besucht Lehrstuhl für Fahrzeugleichtbau

 

Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion trafen sich mit Prof. Fang vom Lehrstuhl für Fahrzeugleichtbau der Universität Siegen zu einem Gespräch. Im Mittelpunkt des Interesses der SPD-Politiker stand die Forschung der Universität Siegen zur innovativen Verbindungstechnik von Aluminium, Stahl und Kunststoffen, um so leichtere Karosserien u.a. für den Einsatz in E-Fahrzeugen herstellen zu können. Der seit Februar 2010 an der Universität angesiedelte Lehrstuhl ist Gründungsmitglied im Automotive Center Südwestfalen (ACS). Außerdem ist er Partner in der Karosserieentwicklung des Elektrofahrzeuges StreetScooter.

Prof. Fang erläuterte, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen sowohl bei den etablierten Automobilherstellern erfolge als auch bei nicht aus der Automobilindustrie stammenden Betrieben, wobei die „Seiteneinsteiger“ freier im Design und im Denken seien, da sie nicht versuchten die Fahrzeuge auf dem Design der bisher gängigen Automobile aufzubauen.

Im Karosseriebau sei man vor allem bestrebt leichter zu werden und auch günstiger. Ein großes Problem sei aber nach wie vor die Batterietechnik. Die Batterien seien ein enormer Kostentreiber beim E-Auto und nach wie vor sehr schwer. Auch vermisse er in Deutschland unternehmerische Initiative und Forschungselan zur Weiterentwicklung der Batterietechnologie. Hier sei der asiatische Markt weit vorne. Der Lehrstuhl arbeitet u.a. mit Audi, VW, Kirchhoff, ACS und Dura zusammen. Die zehn Doktoranden, studentischen Mitarbeiter und rund 40 Studenten forschen nicht nur theoretisch sondern auch ganz handfest im Universitäts-Standort hinter dem Weidenauer Bahnhof, in einer ehemaligen Werkshalle der Firma Eduard Breitenbach, und schlagen so auch optisch sichtbar den Bogen von Industrie 1.0 zu Industrie 4.0. Die SPD-Fraktionsmitglieder konnten hier anschaulich erleben wie versucht wird unterschiedlichste Materialien miteinander zu verbinden und dies mit bereits bestehenden Fertigungsanlagen der Industrie in Einklang zu bringen, um Kosten zu sparen.

In der Halle befindet sich auch ein Fallturm und eine Schlittentestanlage, mit der die entwickelten Materialien einer Prüfung unterzogen werden können.

Michael Sittler bedauerte, dass in diesem innovativen Forschungszweig zzt. nur einer der zwei eingerichteten Lehrstühle besetzt ist. „Hier hat die Uni Siegen einen zukunftsfähigen und bundesweit nur an einer Handvoll Universitäten bestehenden Forschungszweig. Diesen sollte man pflegen und ausbauen“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. „Überlegenswert wäre zudem die Einrichtung eines Forschungszweiges zur Weiterentwicklung der bei E-Automobilen und der regenerativen Energie notwendigen Batterien.“

Winfried Schwarz, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, erkundigte sich bei Prof. Fang, ob die Sicherheit durch die leichteren Karosserien geringer sei. Prof. Fang sicherte zu, dass die Sicherheit ein Hauptthema in der Karosserieentwicklung sei.

Der Politik gab er abschließend noch den Wunsch nach mehr Ladesäulen mit auf den Weg.

 

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