Bienen im Kreis auf dem Vormarsch

Im Bild: Wolfgang Braukmann, Fraktionsmitglied und Imker, Petra Weskamp, Michael Sittler, Andreas Schlosser und Waltraud Schäfer Bild: Sandra Peiser

SPD-Kreistagsfraktion informierte sich beim Kreisimkerverein Siegerland

Dass man sich in der Politik auch mit kleinen Dingen sinnvoll beschäftigen kann zeigte sich in der jüngsten Fraktionssitzung der SPD-Kreistagsfraktion. Auf deren Einladung hin berichtete der erste Vorsitzende des Kreisimkervereins Siegerland Andreas Schlosser über wissenswertes aus dem Bienenstock.

Andreas Schlosser stellte fest, dass seit dem im Jahr 2012 erschienenen Dokumentarfilm „More than honey“, der das weltweite Bienensterben schildert, die Imkervereine im Kreis Siegen-Wittgenstein einen deutlichen Zulauf von Jungimkern verzeichnen können. Diese müssten allerdings mit einem Startkapital von rund 1000 € rechnen, um loslegen zu können. Erfreulicherweise gingen auch vermehrt Frauen der Imkerei nach, was zum einen zu einer anderen Herangehensweise zur Imkerei geführt habe und auch das bisher meist männlich geprägte Vereinsleben bereichere.

Im Kreisgebiet habe man mit Bienenkrankheiten, u.a. ausgelöst durch die Varroamilbe zu kämpfen, diese seien aber dank der sehr guten Ausbildung der im Verein organisierten Imker gut behandelbar.

Durch die wachsende Zahl der Imker sei auch die Zahl der Bienenvölker angestiegen, daher müsse man hier nicht mit einem abrupten Bienensterben rechnen. Bei der Neubeschaffung von Bienenvölkern gebe es hin und wieder Engpässe, auch sei es nicht einfach neue Standorte für die Aufstellung von Bienenvölkern zu finden. In jüngster Zeit habe man zudem verstärkt Probleme mit Vandalismus und sogar Diebstahl von Bienenkästen gehabt.

Für Bienen schädlich seien Monokulturen, in der Landwirtschaft eingesetzte Gifte sowie die Neophyten, die die Erntezeit der Bienen künstlich verlängerten und damit zu Problemen führten. Auch die Folgen des Klimawandels beeinflussten die Bienen spürbar. Die drohenden Szenarien, die die Dokumentation beschreibt sieht Andreas Schlosser nicht eintreten. Auch wenn er sich wünsche, dass Bürger und Verwaltung auf monotone Grünflächen verzichten und stattdessen mehr „wilde“ Blumenwiesen für die Bienen bereitstellen sollten.

Auch zum Thema „Biohonig“ vertrat Schlosser eine eindeutige Position: „Etikettenschwindel.“ Hier sollte der Verbraucher zu Honig vom Imker vor Ort greifen, denn dann habe er die Gewissheit, dass zum einen dafür heimische Pflanzen bestäubt wurden und keine langen Transportwege entstünden. Die im Verein zusammengeschlossenen Imker seien zudem gut ausgebildet und würden auch überwacht. „Bio ist gut, wenn das bei heimischen Honig zutrifft, noch besser“, so Michael Sittler. Der SPD-Fraktionsvorsitzende bedankte sich bei Andreas Schlosser für die interessanten Ausführungen mit dem Buch „Die Geschichte der Bienen“ und versprach für die jeweils nächsten Jungimker/innen im KIV Wittgenstein und KIV Siegerland einen Zuschuss der Fraktion in Höhe von jeweils 500€ zu gewähren, um den Einstieg in die Imkerei zu erleichtern.

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