Über Rettungsdienst vor Ort informiert

Besuch der Rettungswache in Netphen Im Bild, v. l.: Klaus Stötzel, Rüdiger Schmidt, Wachleiter Netphen Klaus Joch, Thiemo Rosenthal, Annette Scholl, Michael Sittler, Dr. Thomas Gehrke Bild: Sandra Peiser

Fraktion besuchte Rettungswachen

 

Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion haben sich vor Ort ein Bild über den Zustand der Rettungswachen im Kreisgebiet gemacht. Bereits im vergangenen Jahr besuchten die Wittgensteiner Kreistagsmitglieder die Rettungswachen im Altkreis Wittgenstein, nun folgte der Besuch in den Rettungswachen in Burbach-Wahlbach, Freudenberg, Kreuztal und Netphen.

Den Kreistagsmitgliedern fielen dabei besonders die baulichen Probleme einiger Rettungswachen ins Auge. So sind nur auf der Rettungswache in Kreuztal die Aufenthaltsräume und die Wagenhalle auf einer Ebene untergebracht, bei den drei anderen besuchten Rettungswachen müssen die Besatzungen zunächst zum Teil unfallträchtige Treppenhäuser überwinden, um zu ihren Einsatzfahrzeugen zu gelangen.

Treppenhaus der Rettungswache in Burbach Bild: Sandra Peiser

Dies kostet wertvolle Zeit. Auch ist die Ausfahrtsituation in Burbach sehr unübersichtlich, hier müsste dringend eine Ampelanlage installiert werden. In Freudenberg kostet die Fahrt durch das verwinkelte Wohngebiet wichtige Sekunden. Zusätzliche Zeit verliert hier die Besatzung, weil sie aus der Rettungswache zunächst nach draußen und um ein Geländer herum zur Wagenhalle laufen muss.

Weg von der Fahrzeughalle in Freudenberg um das Geländer herum zu den Aufenthaltsräumen der Einsatzkräfte. Bild: Sandra Peiser

Besonderes Augenmerk legte die SPD-Fraktion auf die aktuellen Einsatzzeiten der Notärzte. Diese müssen vom Notarztfahrzeug zunächst abgeholt werden, um dann zum Einsatzort zu fahren. Dank zahlreicher engagierter Notärzte im Kreis Siegen-Wittgenstein funktioniert dieses System zzt. noch reibungslos, in Zeiten von Ärzteknappheit und schärferen Arbeitszeitregeln sollen hier bereits die Weichen für einen Systemwechsel in einigen Jahren gestellt werden. „Wenn wir neue Rettungswachen bauen, sollten dazu auch Notarzt-Apartments gehören“, so Anke Flender, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende aus Freudenberg, „ damit wir bei einer eventuellen Änderung des Notarztsystems vorbereitet sind und nicht erneut bauen müssen.“

Thiemo Rosenthal, Referatsleiter für den Bereich Bevölkerungsschutz beim Kreis, erläuterte der SPD-Fraktion, dass mit den geplanten baulichen Veränderungen und neuen Techniken im Bereich der digitalen Alarmierung die Zeiten bis zum Eintreffen des Notarztes beim Patienten noch weiter reduziert werden könnten.

Im Gespräch: Elfrun Bernshausen, Thiemo Rosenthal, Michael Sittler, Anke Flender Bild: Sandra Peiser

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, das bereits jetzt bei rund 80 Prozent der Einsätze der Notarzt nicht zum Einsatz hinzugezogen werden muss. Hier helfen die hervorragend ausgebildeten Rettungswagenbesatzungen. Rüdiger Schmidt, Abteilungsleiter des DRK, konnte den Mitgliedern der SPD-Fraktion berichten, dass im neuen Rettungsdienstbedarfsplan eine hohe Quote an Notfallsanitätern durchgesetzt werden konnten. Diese sind besonders hoch qualifiziert und können den Patienten bis zum Transport ins Krankenhaus qualifiziert versorgen.

Blick aus der Rettungswache in Kreuztal Bild: Sandra Peiser

Thiemo Rosenthal versicherte, dass der Gutachter anhand von aktuellen Einsatzzahlen und Verkehrsschauen und unabhängig von bestehenden Rettungswachen-Standorten einen Plan erstellt habe, der die Einhaltung der Hilfsfristen zu 99 Prozent planerisch ermöglicht und gegenüber der bisherigen Quote von 75 Prozent verbessert. SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Sittler zeigte sich nach dem Besuch der Rettungswachen und den dabei geführten Gesprächen mit den Rettungswachen-Leitungen und Rettungswagenbesatzungen zuversichtlich, dass bereits durch bauliche Veränderungen der Rettungswachen und einiger Standorte spürbare Verbesserungen erreicht werden können.

Eines der neuen Notarzteinsatzfahrzeuge in der Rettungswache in Kreuztal. Bild: Sandra Peiser

„Die Diskussion zum Thema Notarzt muss sachlich und nicht emotional geführt werden“, so Michael Sittler.  Er betonte, dass die Umstellung des Notarzt-Systems das letzte Glied in einer Kette von langfristigen Maßnahmen sein werde. Erst, wenn diese umgesetzt seien werde man sich in den politischen Gremien erneut damit befassen, ob eine Systemumstellung beim Notarzt sinnvoll sei oder nicht.

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