Corona ernst nehmen

Kritik an Äußerungen des CDU Landratskandidaten Arne Fries zur aktuellen Situation in der Corona Krise (vergleiche WR/WP 15.04.)

Kritik an Äußerungen des CDU Landratskandidaten Arne Fries zur aktuellen Situation in der Corona Krise (vergleiche WR/WP 15.04.)

 

Mit absolutem Unverständnis hat die SPD-Kreistagsfraktion auf die Forderung des CDU-Landratskandidaten reagiert, jetzt direkt nach Ostern die Corona-Schutzmaßnahmen zu lockern. Alle wissen, dass die jetzt geltenden Maßnahmen mindestens bis 19. April in Kraft sind und es auch danach nur Schritt für Schritt erste Rücknahmen geben wird. „Irgendetwas anderes zu fordern oder den Menschen in Siegen-Wittgenstein gar in Aussicht zu stellen, ist völlig weltfremd und trägt nur dazu bei, die Akzeptanz  für die noch lange notwendigen Einschränkungen zu untergraben“, betont der Fraktionsvorsitzende Michael Sittler: „Statt die seit langem avisierten Gespräche der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs einfach mal abzuwarten, will sich der CDU-Landratskandidat Arne Fries offenbar mit zum Teil abenteuerlichen Vorschlägen Schlagzeilen und ein bisschen Aufmerksamkeit sichern!“

„Anfang März gab es den ersten Corona-Verdachtsfall in Siegen-Wittgenstein. Seither kämpfen vielen Menschen in Siegen-Wittgenstein hart dafür, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen – quer durch die gesamte Gesellschaft. Das ist nicht immer leicht und viele mussten Opfer bringen: finanzielle und im Zusammenleben mit der Familie und Freunden. Aber die allermeisten sind sich einig: Abstand halten und soziale Kontakte meiden ist der einzige Weg, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Und dabei waren wir sehr erfolgreich! Die Zahl der Toten ist in Deutschland viel geringer als in unseren Nachbarländern: weil wir konsequent gehandelt haben und unser Gesundheitssystem besser aufgestellt ist“, schreiben die Sozialdemokraten. Sie verweisen auch auf das, was Landrat Andreas Müller bereits vor Ostern deutlich gemacht hat: Wir dürfen jetzt nicht vorschnell aufs Spiel setzen, was wir bisher erreicht haben!

Auch für die Sozialdemokraten ist klar, dass es Schritt für Schritt einen Weg zurück Richtung Normalität geben wird. „Aber das wird ein weiter und schwerer Weg sein. Jetzt ein übereiltes und schnelles Ende der Einschränkungen zu fordern, ist absolut verfrüht und kontraproduktiv!“, unterstreicht Fraktionsgeschäftsführer Marco Schmidt.

„Dass viele Unternehmen und Selbstständige wirtschaftliche Hilfe brauchen, ist bekannt – und Bund und Land haben mit breiter politischer Unterstützung Milliardenpakete auf den Weg gebracht, gerade um z.B. Mieten für Geschäfte oder Lokale zahlen zu können. Diese wirtschaftlichen Probleme löst man aber nicht, in dem man jetzt schnell die Schutzmaßnahmen herunterfährt.

Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und Lehrer Michael Plügge: „Wer behauptet in Kitas und Schulen sei die direkte Ansteckungsgefahr am geringsten und meint man könne ab nächste Woche einfach weitermachen, der hat wohl lange keine Kita oder Schule mehr von Innen gesehen. Auch die, Forderung mancher Experten mit maximal 5 Kindern pro Raum im Kitas zu starten ist nicht viel näher an der Realität.“

Ein Rückfall und eine zweite Welle wären viel verheerender als jetzt Geduld zu haben und das Richtige zu tun, das betonen auch Wirtschaftsforschungsinstitute oder um es mit den Worten des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Söder zu sagen: „Geduld rettet Leben, Ungeduld gefährdet Leben,“ unterstreicht die SPD.

„Viele von uns waren äußerst diszipliniert und haben auf soziale Kontakte verzichtet – auch über die Osterfeiertage. Der soziale Zusammenhalt und die Solidarität in Siegen-Wittgenstein sind in den letzten Wochen trotz körperlicher Distanz gewachsen – für jeden sichtbar.“ so der Fraktionsvorsitzende Michael Sittler.

Die Sozialdemokraten widersprechen ferner dem CDU Landratskandidaten in seinem ganz zentralen Punkt entschieden: „In Schockstarre vor dem Virus ist niemand gefallen. Jetzt aber eine schnelle Rücknahme der Schutzmaßnahmen zu fordern, in einer Situation, in der sich natürlich viele eine Rückkehr zur Normalität herbeiwünschen, ist nicht nur Populismus pur, sondern spielt mit dem, was wir bisher erreicht haben – auf Kosten der Gesundheit der Menschen in Siegen-Wittgenstein.“

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